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 Tendais Vorgeschichte

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Tendai
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Anzahl der Beiträge : 491
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Charakter der Figur
Titel: Zornesglut
Rudel: Anhänger Bators
Rang: Leitwölfin

BeitragThema: Tendais Vorgeschichte   Do Dez 27, 2012 5:22 am

PROLOG
SIE SIEHT AUS WIE DU

Der große silbergraue Wolfsrüde tauchte so plötzlich und überraschend aus dem nebelverhangenen Unterholz auf wie ein Geist. Sein helles Fell, das von schimmernden Tropfen benetzt war, wirkte im Dämmerlicht stumpf und farblos, im Gegensatz zu den leuchtenden bernsteinfarbenen Augen des Wolfs.
Die Lichtung war groß, und im Gras hingen Hunderte von Tautropfen, die aussahen wie flüssiges Mondlicht. Der Nebel waberte über den Büschen und verdeckte dem Silbergrauen die Sicht, aber dennoch erkannte er einige schemenhafte, zusammengekauerte Umrisse am anderen Ende der Lichtung. Gelbe und braune Augenpaare öffneten sich schläfrig und richteten sich auf ihn. Irgendwo gegenüber von dem Silbergrauen, dort, wo der Wald die Lichtung wieder verschluckte, lag ein Haufen rauer ockerfarbener Felsbrocken. Halb unter ihnen, halb zwischen ihnen hatten viele Wolfspfoten gegraben, um den schmalen schwarzen Tunnel zu erschaffen, in den der Silbergraue jetzt blickte. Der Tunnel war von Efeu fast vollständig bedeckt und wäre für jeden, der sich hier nicht auskannte, leicht zu übersehen gewesen.
Bevor der Neuankömmling blinzeln konnte, ertönte ein leises Rascheln ein Stück vor ihm, und ein Schatten löste sich aus der tiefen Dunkelheit am Rand der großen Lichtung und jagte auf den Wolfsrüden zu. Dieser wich verunsichert zurück, die Ohren angelegt, die Augen verwirrt zusammengekniffen, aber nicht schnell genug: Mit einem lauten, kämpferischen Knurren landete der schwarze Schatten auf ihm. Es gab einen lauten Plumps, als der Silbergraue auf den Boden prallte, und dann erneut ein lautes, wütendes Knurren und Zischen, weißes Zähneblitzen und zwei funkelnde Augenpaare in der Dunkelheit. Der Silbergraue wand sich am Boden, aber sein Gegner hatte ihn am Boden festgenagelt und hielt ihn scheinbar mühelos unten. Kurz herrschte verbissenes Schweigen. Dann –
„Lodûr?“ Die Stimme des Schattens, eines geradezu riesigen schwarzen Wolfsrüden mit hellen gelben Raubtieraugen und einem beeindruckenden Gebiss, klang verwirrt. Er trat rasch zurück und ließ seinen Gegner auf die Füße kommen.
„Derselbige“, schnaufte der Silbergraue wütend, während er sich aufrappelte und sich schüttelte, um die Erdbrocken loszuwerden, die in seinem Fell hingen. „Was fällt dir ein, Bator? Nur, weil du unser Leitwolf bist, kannst du nicht auf den Anderen herumtrampeln, als seien wir Beutetiere!“
„Hüte deine Zunge“, grummelte Bator, aber man hörte, dass es keine Drohung, sondern eher eine scherzhafte Ermahnung sein sollte. Gemeinsam mit dem anderen Wolf, Lodûr, trabte er zum anderen Ende der Lichtung, wo sie von einigen schwanzwedelnden, schläfrigen Wölfen empfangen wurden, die sich gegen die Kälte und Nässe des Nebels dicht aneinandergekuschelt hatten. Eigentlich waren es ziemlich viele Wölfe – hauptsächlich braune Timberwölfe, aber auch Weiße, Schwarze, Silberne. Sie füllten den Rand der ganzen Lichtung, aber wenn man nicht genau hinsah, waren sie trotz ihrer Anzahl fast unsichtbar. Nur zwei Wölfe, ein großer graubrauner Rüde und ein schmächtiges, dunkles Weibchen, saßen aufrecht auf dem Felsen wie Wächter: Zwei der drei Anführer des Sturmtief-Rudels, Itachi und Daimon. „Skye bekommt ihre Welpen.“
„Oh.“ Der Ausdruck des Ärgers in der Körpersprache und der Stimme des Silbergrauen wich Mitgefühl. Er trat ein wenig dichter an seinen Gefährten heran und beschnupperte freundschaftlich sein Kinn und seine Kehle, wobei er ihm die Nase ins Fell wühlte und manchmal mit den Zähnen an den Haaren des Anderen zupfte. Für Menschen mag das seltsam klingen, aber bei Wölfen ist das eine ganz normale Art, gute Absichten und Unterwürfigkeit auszudrücken. „Na, dann verstehe ich´s ja.“
„Du als Betha solltest eigentlich wissen, dass sie heute wirft“, fügte Bator hinzu. Seine Stimme war schroff und rau wie eine Wolfszunge. „Und hör auf mit der Mitleid-Nummer. Du bist ein erbärmlicher Schmeichler.“
„Herzlichen Dank“, grummelte Lodûr, schüttelte gereizt den Schwanz und trottete dann durch den dünnen Nieselregen davon, bis der Nebel seine Umrisse verschluckte und er nur noch als verschwommene graue Gestalt zu sehen war, die sich durch die Nebelschwaden bewegte und sich schließlich zu dem Rest des Rudels gesellte. Bator blickte seinem Betha mit gebleckten Zähnen nach; nicht aus Wut über Lodûr, der sich wie immer tadellos verhalten hatte, sondern aus Nervosität. Aus Nervosität war es auch gewesen, dass er als selbsternannter Wächter des Rudels auf Lodûr losgegangen war, bevor er diesen erkannt hatte. Und aus Nervosität hatte er ihn gerade so unsanft in seine Schranken gewiesen. Nervosität, denn....Skye bekam Welpen. Seine Welpen. Bators Welpen! Und es konnte immer noch alles schiefgehen...wenn alles sehr schiefging, hätte Bator keine Familie mehr...der Schwarze begann, ruhelos vor dem Bau auf und ab zu gehen.
Eine Weile geschah nichts. Bator lief so dicht am Bau entlang, dass sein schwarzes Fell den Fels streifte. Bei jeder Berührung prickelte Bators Fell und es fühlte sich an, als sei es elektrisch aufgeladen. Der Schwarze roch den Geruch nach Skye, Blut und warmer Muttermilch, der aus dem Bau strömte, und mit den Schnurrhaaren ertastete er die Körperwärme seiner Gefährtin, die den ganzen Welpenbau zu füllen schien. Auch ihren unregelmäßigen, keuchenden Atem und ihr gelegentliches Winseln konnte er hören. Aber das trug nicht gerade zu seiner Beruhigung bei, im Gegenteil. Die anderen Wölfe begannen schon, ihrem Anführer demonstrativ genervte Blicke zuzuwerfen, wenn er sich ihnen wieder näherte und dabei achtlos auf Pfoten, Schwänze oder Ohren trat. Aber niemand traute sich, sich zu beschweren – das ganze Rudel wusste, wie unleidlich der Alpha sein konnte, vor allem, wenn er aufgeregt war. Und aufgeregter als jetzt war er wohl noch nie gewesen.
„Bator!“
Es war Skyes Stimme...Skye! Gespannt wie ein Flitzebogen wirbelte Bator herum und war drauf und dran, die Wurfhöhle zu betreten. Aber Skye hatte es ihm verboten, solange sie seine Hilfe nicht brauchte. Und Leitwolf hin oder her – was eine Welpenmutter bezüglich ihres Wurfs sagte, galt.
„Skye?“
„Sie kommen!“
Mit einem geschmeidigen, katzenhaft flinken Satz war Bator in der totalen Dunkelheit der Wurfhöhle. Sein Herz klopfte so wild, dass Skye es hören musste. Mit sicheren Pfotenschritten durchquerte er den schmalen Gang, bis er in dem Bau ankam, groß genug, dass ein so stattlicher Wolf wie Bator darin stehen konnte. Das helle Fell seiner Gefährtin und Alpha-Wölfin bildete einen gut sichtbaren Kontrast zum Dunkeln, und mit leisen Schritten brachte sich Bator an ihre Seite. Er ließ sich neben ihr auf dem kühlen Fels nieder, so herum, dass er den Eingang im Blick behalten konnte. Die Flanken der beiden Wölfe berührten sich, und sie lauschten auf die Atemzüge des jeweils Anderen. Bator spürte, dass Skyes Körper alle paar Sekunden von einem krampfartigen Zittern durchlaufen wurde wie eine Welle. Sie hatte Recht.
Die Welpen kamen.
Plötzlich winselte Skye auf und verkrampfte sich. Bator konnte spüren, wie sich ihre sämtlichen Muskeln strafften, hob hastig den Kopf und legte ihn in beruhigender Geste an Skyes Wange, leckte ihre Lefzenwinkel. „Ganz ruhig...entspann dich...es geht alles gut...“
Skye winselte erneut auf und rückte von ihm ab. Dann, plötzlich, ertönte ein unangenehm lautes Plumpsgeräusch und das scharfe, erleichterte Atemholen von Skye. Bator rückte nicht nach, sondern ließ ihr ihren Platz. Er hörte leise, trappelnde Geräusche auf dem Stein, dann das rythmische Lappen von Skyes Zunge und dann ein schleifendes Geräusch, als Skye das Was-auch-immer mit dem Maul packte und zu sich herüberzog. Im Mondlicht, das durch den Eingang hineinfiel, erkannte Bator ein nasses, pelziges Bündel, das sich jetzt wand und ein lautes, nicht zu überhörendes Quieken ausstieß. Und dann noch eins. Und dann stieß es eine Reihe von Fiepgeräuschen aus. Als Bator sich neugierig reckte, erkannte er, dass das Fell des Welpen sehr dunkel graubraun war.
„Es ist ein Rüde“, wisperte Skye. Die beiden Eltern verharrten kurz schweigend und glücklich, während sie dem neugeborenen Welpen dabei zusahen, wie er entschlossen auf die Zitzen zukrabbelte, bis er offenbar eine fand. Sofort wühlte er sein Mäulchen in Skyes Bauchfell und begann, ziemlich energisch zu nuckeln.
Daußen auf dem Rudelplatz regte sich das Rudel unruhig. Alle Wölfe waren starr wie Statuen, die Ohren und Augen auf die Welpenhöhle gerichtet. Sie lauschten atemlos Skyes Keuchen und Winseln und dem Geräusch von Bators Krallen auf dem glatten Stein, als er sich zu ihr legte. Sie lauschten gespannnt dem Plumpsen von Skyes erstgeborenem Welpen. Und als sie sein Quieken hörten, richteten sie die Ohren auf, lockerten ihre angespannte Schultermuskulatur, legten das gesträubte Nackenfell an und sahen sich gegenseitig an, jedes Rudelmitglied mit einem breiten, erleichterten Wolfslächeln auf dem Gesicht. Itachi und Daimon, die beiden Leitwölfe, lockerten ihre verspannten Glieder und blickten schwanzwedelnd und zufrieden auf ihr Rudel hinab. Die Altwölfe lächelten wissend, und die jüngeren Rudelmitglieder sprangen sogar auf, leckten sich gegenseitig die Lefzen und tänzelten freudewinselnd umher, bis der nächste Welpe kam. Denn wenn eine Wölfin Mutter wird, fiebert das gesamte Rudel mit.
Die Geburt der nächsten beiden Welpen ging schnell. Skye winselte wieder und wand sich, aber sie war schon Mutter von vielen Welpen gewesen und routiniert drehte sie sich um, beschnüffelte ihren zweiten Welpen – wieder einen gesunden, kräftigen graubraunen Rüden – biss die Nabelschnur durch, fraß die Nachgeburt und schob das feuchte, warme Fellbündel dann mit einer sanften Bewegung an ihren Bauch, wo es sich quiekend aufrichtete und mit seinen kleinen, weichen Vorderpfoten Skyes Fell durchsuchte, bis er eine Zitze ertastete und sich mit einem letzten zufriedenen Quieken daran hängte. Die beiden mittleren Zitzen waren jetzt besetzt; Welpen versuchen beim Trinken immer, die mittleren Zitzen zu erreichen, da die Milch dort am Nahrhaftesten ist. Meist erkennt man die stärkeren Welpen eines Wurfes daran, dass sie an den mittleren Zitzen saugen, da sie ihre Geschwister davon verdrängt haben.
Die Geburt des dritten Welpen war problematischer. Skye begann wieder zu winseln und zu keuchen, sie versteifte sich und ein wellenähnliches Zittern lief durch ihren Körper. Aber nichts geschah. Kein kleiner Körper plumpste auf den mit Federn und Blättern gepolsterten Boden der Welpenhöhle, kein kleines Maul stieß ein hungriges Quieken aus. Bator spitzte besorgt die Ohren. Skyes Winseln wurde lauter, dringlicher – und dann, als das Rudel draußen vor dem Bau schon unruhig wurde und Bator sich die Wölfinnen in Erinnerung rief, die er gekannt hatte und die bei der Geburt ihrer Welpen gestorben waren, ertönte endlich ein ziemlich „nasses“ Geräusch, und ein kleines, nasses Bündel plumpste auf den Boden hinter Skyes Schwanz. Die Mutterwölfin fuhr mit einem kurzen, schrillen Fiepen herum und schnappte nach ihrem Schwanz, als sei es eine lästige Biene. Dann seufzte sie tief und erleichtert, biss die Nabelschnur durch, schob den Welpen zu sich heran und begann, ihn zu lecken, um ihn von Blut und Schleim zu befreien. Es war ein Rüde, sein Fell war dunkler als das der Anderen, fast schokoladenfarben. Aber irgendetwas stimmte mit diesem Welpen nicht: Er atmete schwach und bewegte sich kaum, wand sich nur ein wenig, wenn Skye ihn leckte. Sein Quieken klang leiser als das der Anderen. Und er war klein. Kleiner als seine beiden Brüder.
„Unser Nesthäkchen“, murmelte Skye. Bator senkte den Kopf, um den Welpen zu beschnüffeln, aber ein gereiztes Knurren seiner Gefährtin hinderte ihn daran. Ein Knurren, das sagte: Das sind meine Welpen!
Versöhnlich wedelte Bator mit dem Schwanz. Dann erhob er sich, streckte die steifen Glieder und trottete mit klickernden Krallen nach draußen, um dem Rudel die Nachricht zu überbringen. Drei männliche Welpen. Das würde später Aufruhr geben, wenn sie ausgewachsen waren und sich ihren Platz in der Rangordnung erkämpften.
Ein plötzliches Aufwinseln von Skye ließ ihn am Höhleneingang inne halten. Der Nebel hatte sich noch nicht verzogen, ließ Bators Sicht verschwimmen und blieb in Form von kleinen perlenden Tropfen in seinem Fell hängen. Die Dunkelheit drückte gegen die Brust des großen Schwarzen wie etwas Materielles, Spürbares. Nervös drehte der Leitwolf die Ohren nach hinten. Kam etwa noch ein Welpe? Es sah so aus.
Bator machte postwendend kehrt und lief in den Gang zurück. Noch bevor er Skye erreichte, ertönte ein leises Plumpsen, dann das Rascheln von Skyes Fell, als sie sich umdrehte, und kurz darauf ein lautes, schrilles, durchdringendes Kreischen: Das Kreischen eines hungrigen Welpen. Und dieser Welpe schien das Problem das drittgeborenen Bruders nicht zu haben, denn seine Stimme war so laut, dass Bator unwillkürlich die Ohren zurücklegte.
Als Bator die Welpenhöhle erreichte und den engen Gang hinter sich ließ, war das Quieken leiser und ruhiger geworden. Skye lag ausgestreckt da, den Kopf leicht erhoben, und leckte ein dunkles kleines Fellbündel, das unter der Berührung zuckte und die kleine Nase in die Luft hielt, als wollte es wittern. Die anderen drei Welpen saugten seelenruhig an den Zitzen der Mutterwölfin.
Bator spürte, wie die Erregung ihm durchs Fell fuhr und jedes einzelne Härchen aufrichtete. Mit steifen Bewegungen und bebender Nase trat er näher, streckte den Kopf vor und schnüffelte angestrengt. Der Welpe roch nach Welpe. Es war ein Weibchen, das sagte ihm der Geruch, und es war kräftig. Und dunkel. Das Fell der Kleinen war so dunkel wie die Nacht draußen, so dunkel wie Bators Fell.
Bator war zu stolz, um etwas zu sagen.
„Schau, Bator“, flüsterte Skye und stupste die Kleine mit der Nase, um sie zu den Zitzen zu leiten, „Sie sieht aus wie du...“

Als Bator wenige Augenblicke später aus dem Bau kletterte, hätte er stolzer nicht sein können. Kopf und Schwanz hoch aufgereckt, die bernsteinfarbenen Augen leuchtend wie zwei Sonnen, marschierte er über den Rudelplatz. Man merkte an seiner Haltung, dass es nur gute Nachrichten gab. Lodûr sprang als Erster auf und lief seinem Leitwolf entgegen. Phelas Duunan, ein älteres Rudelmitglied und der zukünftige Babysitter, spähte neugierig an seinem Leitwolf vorbei in den Bau. Stumm wie zwei Schatten glitten Itachi und Daimon von den Felsen über der Wurfhöhle und gesellten sich zu ihrem Mit-Anführer. Der Rest des Rudels versammelte sich winselnd und schwanzwedelnd.
„Vier Welpen“, sagte Bator. Wie immer, wenn er in der Öffentlichkeit sprach, war seine Stimme kalt und herablassend. Nichts von dem warmen Stolz war darin zu hören, der in dem Inneren des schwarzen Leitwolfes schwelte. „Drei Rüden, eine Wölfin. Vier gesunde Welpen!“
„Gratuliere“, antwortete Daimon mit einem breiten Wolfslächeln. „Nicht jedem Wolf gelingt das. Vier gesunde Welpen, keine Totgeburt...“
„Vier Welpen, vier Welpen!“, wiederholten die Rudelmitglieder beflissen, drängten sich um ihre drei Anführer und feierten sie mit allen möglichen kleinen Gesten. Es gab keinen einzigen Schweif, der nicht wedelte, und von überall erhielt Bator kleine, freundschaftliche Schnauzenstüber. Irgendwer zauste ihm mit der Pfote den Pelz, ein Jungwolf zog ihn spielerisch am Ohr, und Bator stand hoch aufgerichtet da und ließ es sich gefallen.
Schließlich schaffte es Daimon, sich aus dem Gewusel zu befreien. Er machte einen hohen Satz auf den Felsen über der Wurfhöhle. Im Wind wellte sein Pelz sich leise, als der alte Anführer den Kopf zum Himmel hob und die schwach leuchtenden Sterne ansah. Er öffnete das Maul und formte es zu einem O. Sofort verstummte das Rudel unten auf der Lichtung, und Itachi und Bator beeilten sich, Daimon ebenfalls einzuholen und ihre Plätze neben ihm einzuholen. Sie hoben ebenfalls den Kopf zum Himmel. Und dann, alle drei gleichzeitig, begannen die Leitwölfe zu heulen. Sie begannen mit einem rauen, kehligen Ton, der sich langsam höher schraubte, bis in den Himmel, und zu einer einzigen klaren Note wurde, die in der Luft vibrierte und jedem Rudelmitglied einen Schauer über den Pelz jagte. Obwohl sie sich nicht abgesprochen hatten, sangen die Leitwölfe in genau derselben Melodie, ihr Heulen schwoll an- und ab wie das Heulen des Windes. Nach und nach hoben die Bethas, die Rudelmitglieder, die Jungwölfe, die Altwölfe und auch die Omegas die Schnauzen und stimmten in das Lied ein, mit mal dunkleren, tiefen, mal hellen, klaren Stimmen, bis die verschiedenen Stimmen miteinander verschmolzen und das Wolfslied nur noch aus einer einzigen, mächtigen Kehle zu kommen schien. Das ganze Rudel heulte mit, Skye ausgenommen, denn sie kümmerte sich ja um den Nachwuchs.
„Vier Welpen!“, sangen die Wölfe. „Vier Welpen!“
Vier Welpen, dachte Bator. Und einer sieht aus wie ich.

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