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 Phelas Duunan // Look before you leap

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Phelas Duunan
Admin
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Anzahl der Beiträge : 4
Anmeldedatum : 06.11.12

Charakter der Figur
Titel: Look before you leap
Rudel: Anhänger Daimons
Rang:

BeitragThema: Phelas Duunan // Look before you leap   Mo Nov 26, 2012 8:46 am


Phelas Duunan




Allgemeines


Nichts als ein alter Wolf, der auf ein langes Leben in einem halbwegs friedlichen Rudel zurückblicken kann. Nichts als eines der zahllosen Wildtiere im Lebenstal. Und doch ist jeder etwas Besonderes, ganz für sich. Über jede Maus im Lebenstal könnte man einen Roman erzählen, wenn man wollte.


name;
Ich heiße Phelas Duunan. Der Name klingt, als würde er etwas bedeuten, aber das tut er nicht. Ehrlich gesagt finde ich ihn nicht einmal besonders schön. Oder jedenfalls nicht „Phelas“. „Duunan“ klingt besser. Leider nennen mich alle immer nur „Phelas“ und daran habe ich mich so gewöhnt, dass ich mich selbst in Gedanken Phelas nenne. Ist ja nicht so wichtig...Namen sind nur Namen.


titel;
Einen Titel? Ich glaube nicht, dass ich einen habe. Jedenfalls keinen Titel, den man als solchen bezeichnen könnte. Es gibt da einen Satz auf Englisch, der Sprache der Menschen, der mich oft begleitet – selbst einige Rudelmitglieder haben ihn aufgeschnappt. Sie wissen nicht, was er bedeutet: „Look before you leap.“ – „Schau, bevor du springst“ oder, frei übersetzt, „Erst wägen, dann wagen“. Er passt so gut, weil ich zwar ein entschlossener Typ bin, aber nie irgendwelche überstürzten oder leichtsinnigen Entscheidungen treffe. Alles, was ich tue und was irgendwie wichtig sein könnte, überdenke ich gut. Und dann entscheide ich das, was mir Besser erscheint.


geschlecht;
Ich bin ein Rüde. Das sagt doch schon der Name. Nicht der typische Rüde vielleicht – ich kann mich nicht erinnern, je einer Hündin hinterhergelaufen zu sein oder mich mit anderen Rüden gebalgt zu haben; ich war immer schon eher der Denkertyp – aber dennoch ein Rüde.


alter;
Ich bin wirklich nicht mehr der Jüngste, auch wenn das nicht heißt, dass ich eingerostet wäre. Auf Jagdzüge und Patrouillen komme ich immer noch gelegentlich mit, trotz der langen 8 Jahre auf der Erde, die ich schon durchgestanden habe. Zwar macht sich das Alter schon bemerkbar mit Gelenkschmerzen, nachlassender Ausdauer und oft auftretender Müdigkeit, aber ich spüre, dass meine Zeit zu sterben noch lange nicht gekommen ist.


rang;
Tja, ich bin schon ein Altwolf. Nicht gerade ein schmeichelhafter Rang, andererseits ermöglicht er es mir, je nachdem, wie ich mich fühle, bei der Jagd entweder mitzukommen oder auf dem Rudelplatz zu bleiben und zu warten, dass mir einer der Jäger meine Ration der Beute bringt. Und wenn man so alt ist wie ich, macht es einem wenig aus, wenn man nicht mehr viel zu tun hat...ich verbringe die meiste Zeit des Tages damit, darüber nachzudenken, was ich erlebt habe und wie es weitergehen wird. Es gibt genug Stoff zum Denken, so schnell wird mir das nicht langweilig werden.


rudel;
Ich bin mit Herz und Seele ein Anhänger Daimons. Und das meine ich ernst, denn damals, bei der großen Spaltung, war ich dabei. Ich entschied mich dafür, dass Friede besser ist als Flucht oder Krieg, und bis heute glaube ich, dass Daimon in dem, was er sagte, Recht hatte. Ich war auch sein Sekundant...damals, als die drei großen Anführer starben. Jetzt versteht ihr vielleicht, warum ich sage, ich hätte genug Stoff zum Denken.


rasse;
Europäischer Wolf...eine Wolfsrasse, die man hier in Amerika, wie die Menschen den Kontinent nennen, nicht gerade oft sieht. Angeblich wurden die europäischen Wölfe von europäischen Jägern in dieses Land gebracht. Fragt mich nicht, wie das abgelaufen ist, ich hab das nur aufgeschnappt.






Aussehen


Es heißt, Augen seien der Spiegel der Seele. Aber wenn man keine Augen hat, heißt das dann automatisch, man hat keine Seele? Wenn man blind ist, heißt das dann automatisch, man habe eine verschlossene Seele? Wenn man schön ist, heißt das dann automatisch, dass man auch freundlich ist? Wenn man hässlich ist, heißt das dann automatisch, dass man böse ist? Kein Wolf kann etwas für sein Aussehen.


aussehen;
So ungewöhnlich, dass man ganze 500 Zeichen über mich schreiben könnte, bin ich ja eigentlich nicht...ich bin ein mehr oder weniger normaler Europäischer Wolf mit eher rauem, dichtem Fell, das wasserabweisend ist und gleichzeitig gut gegen die Sonne schützt, wie das Fell eines jeden Wolfes eben. Auch die Zeichnung darauf ist nichts Besonderes: Als Grundfarbe fungiert ein eher helles Graubraun mit dunklen und hellen Nuancen, das an manchen typischen Stellen, wie beispielsweise an den Ohren und am Schwanzansatz, in ein dunkleres, rötliches Rostbraun übergeht. Auch weiße Stellen habe ich im Fell – an der Brust, am Bauch, an der Schnauze und an der Spitze meines buschigen Schwanzes. Diese weißen Stellen haben sich besorgniserregend vermehrt, je älter ich wurde. Ja, man merkt mir das Alter deutlich an: Mein Gang ist nicht mehr so gelenkig wie früher, sondern eher steif und langsam, und an der Schnauze, den Pfoten und im Gesicht zeigen sich erste hell silbergraue Härchen – Zeugen meiner Jahre. Manchmal, wenn es in der Nacht geregnet hat, wache ich morgens auf und habe Gelenkschmerzen. Ich glaube, Menschen nennen das „Rheumathismus“. Wie auch immer...Meine Beine sind dagegen hell gerstenfarben. Im Nackenbereich und auf dem Rücken ist mein graues Fell von sehr dunklen Streifen durchsetzt, die teilweise in ein tiefes Schwarz übergehen. Ja, ich weiß, das hört sich komisch an, weil ich ja keine getigerte Katze bin, aber wenn ihr euch die Mühe macht, einige Wölfe meiner Art genauer zu beobachten, werdet ihr sehen, dass jeder von ihnen diese Streifen im Fell hat. Sie fallen überhaupt nicht auf und dienen hauptsächlich der Tarnung: Der Übergang von „Hell“ zu „Dunkel“ in meinem Fell ist nicht zufällig, sondern eine Art Nachahmung des Lichts im Wald: Helle Sonnenflecken auf dem Boden und die Blätter, die dunkle Sprenkel auf den Boden malen. Sehr effektiv ist die Tarnung ja nicht wirklich, aber sie ist gut genug, um die kurzsichtigen Rehe über die Anwesenheit des sich anschleichenden Wolfes zu täuschen...
Na gut, das war jedenfalls mein Fell. Meine Statur ist da schon ungewöhnlicher, auch wenn sie immer noch nicht gerade auffällig ist: Ich bin eher robust gebaut. Nicht so muskulös wie ein Betha-Wolf, aber kräftig. Meine Schultern sind breit und trotz meiner Magerkeit und meinem fortschreitenden Alter mache ich keinen schwachen Eindruck. Ich habe stämmige Beine und Pfoten, die ungefähr so groß sind wie die Hufe eines Elchs. Auch mein Kopf ist groß, was im Vergleich zu meinen eher kleinen Ohren auffällig ist. Und nun zu meinen Gesichtszügen...sie sind nicht die Feinsten, und ich bin sicher keiner der schöneren Wölfe im Rudel, aber sie sind auch nicht ungewöhnlich. Meine Ohren sind immer leicht gesenkt und nach hinten gedreht, und ich laufe nie mit erhobenem Kopf und Schwanz: Mein Kopf bildet eine gerade, waagrechte Linie zum Körper, ist weder stark gesenkt noch stark gehoben. Das ist die typische Pose eines untergeordneten Rudelmitglieds. Wenn ein Wolf im Beisein seines Alphas die Brust rausstrecken und den Schwanz heben würde, als sei er Leitwolf, wäre er nicht ganz richtig im Kopf.


besonderheiten;
Nein, ich sagte doch, ich bin nichts allzu Besonderes. Zugegeben, jeder Wolf ist einzigartig, aber alle zusammen sind wir ein Rudel. Ein Rudel, das zusammenhalten muss und nicht funktionieren würde, wenn jeder nur auf sich selbst achten würde. Trotzdem, klar, einige Besonderheiten habe ich...also, da wären meine Augen. Sie sind nicht besonders oder auffällig, aber sie sind das Schönste an mir, deswegen halte ich sie für erwähnenswert. Sie sind mandelförmig und stehen leicht schräg. Ich habe lange Wimpern, die aber so hell sind, dass sie so gut wie unsichtbar sind. Meine Augenfarbe könnte ich nicht genau beschreiben...eine Mischung aus einem dunklen Bernsteinfarben und einem hellen Karamellbraun, mit goldenen Sprenkeln. Diese Attribute ergeben zusammen einen so treuherzigen, tiefgründigen, nachdenklichen Blick, dass ich glaube, wenn ein Jäger sein Gewehr auf mich richtet, bräuchte ich ihn nur anzusehen, und er würde mich laufen lassen.
Okay, sonstige Besonderheiten sind nur noch mein Alter – meine graue Schnauze und mein Rheumatismus – aber darüber spreche ich nicht gern...


größe;
Schulterhöhe eures Charakters


gewicht;
Wie viel wiegt euer Charakter?





Charakter


Einsamkeit ist nicht zwingend eine Tatsache. Einsamkeit ist ein Gefühl, und wie alle Gefühle ist sie widerspenstig und unvorhersehbar. Selbst inmitten eines riesigen Wolfsrudels – eines, wie das Sturmtief-Rudel es war – kann ein einzelner Wolf sich einsam fühlen.


charakter;
Vermutlich geht es euch auf die Nerven, mich das ständig sagen zu hören, aber mein Charakter ist ebenfalls ganz gewöhnlich und unauffällig: Der typische Charakter eines älteren Wolfes, der in seinem Leben viel gesehen hat, Gutes wie Schlechtes, und der mit sich und der Welt mehr oder weniger im Reinen ist. Der typische Charakter eines älteren Wolfes, der weiß, wie das Leben spielt, und der allmählich müde davon wird. Aber wenn ich jetzt behaupten würde, mein Charakter wäre nicht individuell genug, um einen längeren Text darüber zu verfassen, würde das im Widerspruch zu dem ganzen philosophischen Wissen stehen, das ich im Laufe meines Lebens angesammelt habe. Es lautet so ungefähr: Jeder Wolf ist einzigartig und hat genauso viele verschiedene Charakterfacetten, wie er Haare im Fell hat. Das hört sich wohl dumm an, aber es stimmt. Ich habe nie einen Wolf getroffen, der keine ganz eigene Persönlichkeit gewesen wäre....okay, nun zu Meiner.
Mein Titel, „Look before you leap“, ist wirklich gut gewählt. Nie würde ich etwas tun, wenn ich mir nicht hundertprozentig sicher bin, dass es richtig ist: Das Beste für das Rudel und das Sicherste für mich. Wie jeder Wolf, der im Rudel aufgewachsen ist, denke ich nicht als „Ich“, sondern als „Wir“. Ich schätze, als ich noch jung war, war ich einer der tüchtigsten Rudelmitglieder, und bis auf den Leitwolf hätte ich jeden Rang gut ausfüllen können: Ich bin geduldig wie ein Babysitter, fast so stark wie ein Betha und friedliebend wie ein Omega. Trotzdem, der beste Kämpfer war ich nie, und die Verbissenheit, Entschlossenheit und die Wut, die manche Wölfe aufbringen können, habe ich auch nie besessen. Ich war schon immer ein eher ruhiger, zurückhaltender Typ Wolf. Nicht ängstlich, aber Fremden begegne ich mit einer höflichen, distanzierten und leicht misstrauischen Haltung. Ich würde ihnen nie alles über mich oder das Rudel erzählen. Überhaupt bin ich nicht der große Gesprächeführer, ich verständige mich lieber schweigend, durch Körpersprache, oder bin alleine mit mir und denke nach – ich philosophiere, wie einige Rudelmitglieder scherzhaft sagen. Je älter ich wurde, desto mehr Zeit hatte ich zum Nachdenken, und inzwischen bin ich gut darin, mich in Andere hineinzuversetzen, Situationen abzuschätzen und logische Zusammenhänge zu verstehen. Selbst ranghöhere Wölfe fragen mich öfter um Rat, wenn sie nicht wissen, was sie von einem Wolf, einem Plan oder einem bestimmten Ereignis halten sollen. Manchmal bekommen sie eine nützliche Antwort. Aber manchmal bin ich genauso ratlos wie sie. Ich bin keiner dieser Wölfe, die ihre ganze Macht auf die Bewunderung der Anderen stützen und die nur helfen, weil sie gerne im Mittelpunkt stehen. Ich bin stolz darauf, trotz meiner steifen Glieder und meines fortschreitenden Alters etwas für das Rudel tun zu können. Ich finde es interessant, mich mit angesehenen und respektierten Wölfen zu unterhalten, die manchmal die merkwürdigsten Fragen stellen. Es ist meine Lebensbeschäftigung. Sogar Tendai, die junge Anführerin der Anhänger Bators, lässt sich manchmal auf ein Gespräch mit mir ein. Eine giftige Zunge hat sie, oh ja, wie eine Schlange. Und viel Fantasie, ich habe noch nie so viele einmalige Schimpfworte auf einem Haufen gehört. Wirklich interessant. Aber ich lasse mich nie ärgern. Es gibt so gut wie nichts, dass mich wirklich wütend oder wirklich ängstlich oder wirklich aufgeregt macht, ich bin in letzter Zeit oft zu müde, um so starke Gefühle zu empfinden, und außerdem kümmert es mich wenig, was die Anderen von mir denken. Ich muss sie ja nicht mehr lange aushalten, denn bald ist mein Leben auf dieser Erde vorbei.


stärken&schwächen;
Im Alter neigen Wölfe dazu, mehr Schwächen als Stärken anzuhäufen. Körperliche, meine ich jetzt. Die Sicht trübt sich, man hört nicht mehr so gut, wird unaufmerksamer, die Reflexe werden langsam. Eine meiner größten Schwächen und Beeinträchtigungen sind meine Gelenkschmerzen. Menschen nennen sie „Arthrose“. Es ist schlimm, sich nicht mehr so viel bewegen zu können wie früher. Ständig fühlen meine Gelenke sich an, als würde jemand einen Nagel oder etwas anderes Spitzes hineinbohren. Besonders schlimm sind die Schmerzen, wenn es am Vortag kalt war oder geregnet hat. Manchmal bin ich dann so steif wie ein Toter, kann mich kaum erheben. Man könnte auch Rheumathismus dazu sagen. Gut, was für Schwächen habe ich sonst noch? Vom Charakter her kann ich guten Gewissens behaupten: Kaum welche. Manchmal, ja, manchmal bin ich mürrisch und wortkarg, vor allem, wenn mir die Gelenke weh tun, aber unfreundlich kann man mich nicht nennen. Na ja – unfreundlich vielleicht nicht, aber manche junge Wölfe des Rudels nennen mich eine „Schlaftablette“. Nicht jeder denkt so wie ich, und das vergesse ich oft zu berücksichtigen. Meine Gedankengänge sind manchmal verwirrend, vor allem für junge Wölfe, die sich hauptsächlich mit praktischen Dingen wie Jagen und Kämpfen auseinandersetzen. Wenn ich mit der Frage ankomme, warum sie sich eigentlich in Jagd und Kampf statt in Klugheit und Strategie beweisen wollen, starren sie mich an, als käme ich von einem anderen Stern. Ja, ich bin weise, aber manchmal bin ich auch einfach nur ein seltsamer, tattriger alter Wolf.
Stärken. Na ja. Darüber zu reden, gefällt mir nicht so, denn ich will wirklich nicht angeben....und mir fällt nicht viel ein. Klug und nachdenklich bin ich, ja, ich kann mich gut in andere hineinversetzen und Lösungen für ihre Probleme finden. Und ja, ich bin ein sehr genauer Beobachter, ich achte auf meine Umgebung und merke mir selbst kleine Details. Das ist oft nützlich, und es macht mich zu einem exzellenten Fährtenleser. Aber damit hören meine Stärken auch schon auf.


vorlieben&abneigungen;
Es gibt auch im Alter noch viel, das das Leben lebenswert macht. Die Natur, beispielsweise. Eine meiner Lieblingsbeschäftigungen ist es, stundenlang reglos dazusitzen wie ein Denkmal, mir meine Umgebung einzuprägen und mir vorzustellen, ich wäre ein Felsen oder ein anderer unauffälliger Teil der Landschaft. Kindereien? Von wegen. Man kann dadurch viele interessante Dinge herausfinden, und durch diese Technik tarnt sich ein jagendes Raubtier viel effizienter als durch verstohlenes Anschleichen. Man spürt auf dem Fell, wie stark und in welche Richtung der Wind weht. Man schmeckt auf der Zunge, ob Sommer oder Winter ist. Man hört das Zwitschern der Vögel oder das wütende Keckern eines Eichhörnchens. Man fühlt, wie hoch die Sonne steht, die einem aufs Fell scheint. Man sieht die leisen Bewegungen der Blätter im Wind und hört das leise Trappeln einer Maus im Gebüsch...aber ich will euch nicht langweilen, also weiter im Text. Was ich noch mag, sind gute Gespräche. Okay, das hört sich jetzt dumm an, aber es stimmt. Es ist wirklich interessant, was man in einem kurzen Gespräch aus einem fremden Wolf lernen kann. Und die Probleme und Sorgen der Wölfe zu erfahren, die einen um Rat fragen, ist noch interessanter. Manchmal lerne ich von den anderen statt sie von mir.


ängste;
Angst....man sollte der Angst nie zu viel Platz in seinem Leben lassen, sonst beherrscht sie es bald. Ich selbst bin kein Draufgänger oder furchtloser Abenteurer, aber ich kenne die Angst kaum. Sie hat mich bis jetzt nur gestreift in meinem Leben, hat mich nie wirklich gepackt, denn wenn sie das getan hätte, wäre ich erstarrt wie ein Beutetier in den Klauen eines Raubtiers. Aber ja, Angst habe auch ich manchmal. Angst davor, zu sterben, das ist wohl meine Größte. Ich bin alt. Sehr lange werde ich nicht mehr leben. Da möchte ich mir keine Illusionen machen. Aber so weit, dass ich den Tod akzeptiere, dass ich meine Angst vor dem Ungewissen ablege und zulasse, dass mit mir das geschieht, das irgendwann jedem lebenden Wesen geschieht...so weit bin ich noch nicht. Ich bin mit dem Leben noch nicht fertig, aber ich muss mich beeilen fertigzuwerden, denn sehr viel Zeit habe ich nicht mehr.





Vergangenheit


Die Vergangenheit kann man nicht loswerden, so sehr man sich auch wehrt. Auch wenn man hasst, was man erlebt hat, man kann es nicht vergessen. Die Vergangenheit ist es, die deinen Charakter prägt, sie ist es, der du dein Geschick bei Jagd und Kampf zu verdanken hast. Auch wenn sie furchtbar war, ohne Vergangenheit wärst du nicht du selbst. Ehre sie, wenn du den inneren Frieden erlangen willst.


familie&freunde;
Meine Familie...Wölfe sind bekanntlich Rudeltiere. Sie brauchen immer jemanden um sich, und wenn sie alleine sind, werden sie unglücklich, meistens jedenfalls. Klar gibt es Ausnahmen. Ich bin keine solche Ausnahme, aber ich denke, dass ich guten Gewissens behaupten kann, dass ich zwar nicht gerne alleine, aber auf jeden Fall gerne ohne meine Familie war, als ich noch eine hatte. Später hat es mir Leid getan, dass ich sie so abgelehnt habe, denn sie liebten mich, auch wenn sie sich mir gegenüber dumm benahmen. Schade, dass ich das erst bemerkt habe, als ich sie verlor...aber der Reihe nach. Ob ihr´s glaubt oder nicht, euer alter Phelas war auch einmal ein Jungwolf, flink und agil, und schon damals war ich ein „Träumer“, wie meine Mutter es nannte, und dachte lieber in Ruhe über alles nach, über das man nachdenken oder nicht nachdenken konnte, ganz gleich, was es war. Ständig hagelte es Ermahnungen von meinen Eltern – „Phelas, Kleiner, pass doch auf, jetzt bist du schon wieder in eine Felsspalte getreten, weil du dem Adler am Himmel zugeschaut hast!“ , „Phelas, hör auf, ins Leere zu starren, und tu was Nützliches!“ , „Phelas, du denkst zu viel! Hör auf mit der Träumerei und spiel mit den Anderen Ringen, sonst wird aus dir nie ein brauchbarer Kämpfer.“ , „Tut mir Leid, Duunan, du kannst noch nicht mit auf die Jagd, du bist zu abgelenkt und einfach nicht bei der Sache, du würdest uns nur im Weg stehen. Ja, ich weiß, dass das unfair ist und dass deine Geschwister schon lange mit auf die Jagd dürfen, aber deine Eltern wollen das nun mal so!“ (Der letzte Satz stammt von meiner Tante Nuei, die Einzige in der Familie, die ab und zu freundlich zu mir war). Meine Geschwister fanden mich langweilig und taten so, als sei ich Luft, oder sie sprangen auf mich drauf und spielten Wer-es-schafft-unser-neues-Zerrspielzeug-namens-Phelas-zu-ergatteren oder Wer-zuerst-bei-Phelas-ist-und-ihm-auf-den-Rücken-springt. Aber gut, ihr wolltet ja nur wissen, wie meine Familie hieß, also fasse ich mich lieber kurz und sage es euch. Meine Mutter war eine Europäische Wölfin wie ich. Ursprünglich hieß sie Uri, aber als sie zwei Jahre alt war, fingen die Menschen sie ein, banden ihr ein Halsband mit Sender um, behielten sie eine Weile in einem großen Gehege, nahmen ihr Blut ab, erforschten sie und gaben ihr den Namen Scout. Daran hatte Mama sich bei ihrer Rückkehr so gewöhnt, dass man sie von jetzt an nur noch Scout nannte, und das war ihr Recht. Mein Papa, ein hübscher graubrauner Wolfsrüde, hat einen fast ebenso komischen Namen, auch wenn er nie bei den Menschen war: Er wurde „Namenloser Wanderer“ genannt und fragt mich nicht, wieso, denn die ganzen langen zwei Jahre, die ich bei meiner Familie verbringen durfte, ist er nie gewandert, sondern immer bei uns geblieben, um für uns zu sorgen. Er war ein sehr fürsorglicher, liebevoller Gefährte für Scout, beziehungsweise Mama. Meine vier Geschwister – ja, vier, ich Ärmster! – sahen fast genauso aus wie ich und hießen Rovanna, Lani, Tjok und Maruk. Leichtsinnige und draufgängerische Wölfchen waren sie.


vergangenheit;
War zu lang für den Beitrag; siehte Post unten.





Außerhalb des Rollenspiels


LYRIC ODER ZITAT, DAS ZUM CHARAKTER PASST (MÖGLICHST LANGER TEXT)


bildquelle;
Dawnthieves


regeln gelesen;
Ich lese nicht, das ich selbst geschrieben habe^^


bei inaktivität;
Ich denke nicht, dass ich jemals inaktiv werde. Wenn doch, wird Phelas auf keinen Fall weitergegeben, sondern gelöscht und von einem anderen Teammitglied herausgespielt, indem er sich eine einsame Insel im Schlangensee sucht (nicht die mit dem Rudelplatz), um dort in Ruhe an Altersschwäche zu sterben.


weitere charaktere;
Zweitcharakter von Tendai; weiterer Account: Admin


© Sturmtief || PHELAS DUUNAN

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Charakter der Figur
Titel: Zornesglut
Rudel: Anhänger Bators
Rang: Leitwölfin

BeitragThema: Re: Phelas Duunan // Look before you leap   Fr Feb 01, 2013 1:28 am

VERGANGENHEIT;;
Es gibt Wölfe, die denken, ihr Leben sei ein Fluch gewesen – Wölfe, die nur noch einen Neuanfang wollen. Wölfe, die viel zu tief in ihrer Vergangenheit stecken, um jemals irgendetwas neu anfangen zu können. Ich meine, wenn ein Wolf versuchen will, seine Vergangenheit zu vergessen, weil er sie so furchtbar findet, und ganz neu anfangen will, dann ist es doch logisch, dass ihm das nie gelingen wird, wenn er die alten Wunden immer noch so sehr spürt. Nein, man muss Frieden schließen mit seiner Vergangenheit und das, was geschehen ist, akzeptieren und nicht in Frage stellen. Es ist eben Schicksal. Und ich denke, dass ich zu den Wölfen gehöre, die ihr Schicksal so nehmen, wie es ist, und die trotz schwerer Vergangenheit gut klarkommen. Jedenfalls hoffe ich das. Also beginne ich jetzt mit dem Erzählen...

Ich bin nicht im Rudel Sturmtief geboren, sondern in einem kleinen Rudel, das so weit von dem Lebenstal entfernt ist, dass ich den Weg zurück vermutlich nicht mehr schaffen könnte mit meinen alten Beinen. Es war eigentlich mehr eine Familie als ein Rudel, und sie bestand aus: Scout, meiner Mutter, Namenloser Wanderer, meinem Vater, Nuei, meiner Tante, mir und meinen Wurfgeschwistern Rovanna, Lani, Tjok und Maruk. Aber genau diese Familiarität war es, die unser Rudel so gemütlich machte, irgendwie. Sie hielt uns zusammen. Gut, sie hielt meine Familie zusammen, denn ich habe nie ganz dazugehört. Das habe ich euch ja schon erklärt, als ihr was über meine Familie wissen wollte. Ich war kein Tollpatsch; wenn ich etwas ernsthaft anpackte, dann gelang es mir immer, und ich war sorgfältiger und geschickter als meine Geschwister. Aber ich packte fast nie etwas ernsthaft an. Den Großteil meiner Zeit war ich damit beschäftigt, mir Gedanken zu machen: Wie fühlt sich der Adler, wenn er oben am Himmel fliegt? Warum kann er fliegen, welche Macht hält ihn in der Luft? Könnte ein Schmetterling auch so hoch fliegen wie ein Adler, und wenn nicht, warum nicht? Lauter solche Sachen eben. Es war furchtbar interessant. Irgendwann lernte ich, dass es Fragen gab, auf die man nie eine Antwort finden würde – Dinge, die man nie herausfinden würde, weil es niemanden gab, der sie wusste. Aber immer, wenn ich mit einer Frage abschloss, war da eine Neue, die ich mit einem Eifer ansprang, als wäre sie ein saftiges Beutetier. Meine Familie lachte sich tot, als ich einmal die knifflige Frage stellte, wie der Adler sich wohl fühlte, da oben am Himmel. Es war eine wirklich interessante Frage, denn ich konnte mir gut vorstellen, wie großartig sich ein junger Adler bei seinem ersten Flug fühlte, wenn er schwerelos durch die Luft glitt und das Land unter sich dahinsausen sah. Aber meine Familie konnte sich nicht zurückhalten und es hagelte sarkastische Kommentare. Ich beschreibe das mal etwas genauer, damit ihr einen Einblick in mein Alltagsleben damals bekommt.
„Hungrig!“, neckte mich Maruk, der älteste Bruder, und stieß mich ziemlich unsanft in die Seite. „Hungrig fühlt er sich. Und er schaut auf uns runter und sieht einen leckeren kleinen Welpen namens Phelas, der so mit Nachdenken beschäftigt ist, dass er für seine Umgebung keine Zeit hat. Adler haben Wolfswelpen zum Fressen gern, nicht wahr, Mama?“ Scout knurrte nur. „Ach was. Geh einfach nicht auf den Unsinn ein, den Phelas da redet, und sei still.“ Aber ihre Augen funkelten belustigt und die Zurechtweisung klangt halbherzig, was mir ziemlich wehtat. Selbst meine eigene Mutter hatte Spaß daran, mich zu quälen!
„Aber es stimmt“, mischte sich Rovanna mit einem Kichern ein. „Adler lieben Wolfswelpen! Vor allem solche wie Phelas, die vom ganzen Nachdenken schon so viel leckere Gehirnmasse haben. Da können die Adler nicht widerstehen.“ Rovanna tat ihrem großen Vorbild Maruk immer alles nach und gab ihm immer Recht. Das war ich gewohnt. Nur, dass sich jetzt auch noch Lani, die kleinste, schwächste und Feindseligste im Wurf, zu Wort meldete: „Ach wo, Phelas ist doch strohdumm! Er hat gar keine Gehirnmasse, nur einen großen, leeren Kopf voller Luft. Das ist doch abartig, wenn man über so was wie die Gefühle von Adlern nachdenkt! Gestört ist der. Deshalb denkt er auch so viel nach: Er versucht, die Welt zu verstehen. Nur, dass Nachdenken für ihn Schwerstarbeit ist, und er wird die Welt nie verstehen, in hundert Jahren nicht.“
„Verstehst du sie etwa?“, murmelte ich vor mich hin, so leise, dass weder Lani noch sonst irgendwer es hörte. Es war ein sonniger Herbsttag, und da das Rudel satt war, hatten wir uns alle auf dem Rudelplatz versammelt, um zu dösen. Jedes einzelne Mitglied unserer kleinen Gemeinde wurde Zeuge meiner Blamage. Und alles nur wegen einer arglosen Frage. Wenn ich es gewusst hätte, oh, wenn ich es gewusst hätte, hätte ich diese Frage nie gestellt...
Scout wirkte leicht genervt, aber so, als missfiele ihr die Sache nicht allzu sehr. Meine Geschwister quietschten, scherzten und lachten und hatten einen Heidenspaß, und ich, der damals nur ein magerer, struppiger graubrauner Wolfswelpe mit zu langen und zu dünnen Beinen und einer zu leisen Stimme war, konnte micht nicht wehren. Papa lag am Rand der Lichtung und betrachtete mich mit seiner üblichen herablassend-ungeduldigen Miene, als verstehe er nicht, was so ein gähnend langweiliger, unfähiger Typ wie ich überhaupt hier zu suchen habe. Nur Nuei, meine Tante, deren Fell weiß war wie Schnee, blinzelte mitfühlend zu mir hinüber und wirkte nicht so, als wollte sie sich über mich lustig machen. Nuei war manchmal wirklich okay. Als Maruk jetzt auch noch Pläne zu entwerfen begann, wie man den Adler dazu bringen könnte, mich zu schnappen, sodass meine Familie mich los wäre, erhob sich Nuei, trottete zu den übermütigen Welpen hinüber und baute sich vor ihnen auf. Sie sagte nichts; sie stand nur da, hoch aufgerichtet, mit aufgestelltem Nackenfell und entblößtem Gebiss. Ihr stechender Blick durchbohrte Maruk, der sich ganz klein machte und etwas von „War nicht so gemeint“ fiepte. Nuei knurrte nur verächtlich: „Lasst ihn doch in Ruhe. Jeder kommt mal auf dumme Gedanken, und eure sind, finde ich, bei weitem dümmer als die von Phelas. Wenn ihr ihn so langweilig findet, dann redet nicht die ganze Zeit über ihn. Geht lieber zum Fluss runter und seht zu, dass ihr ein paar Fische fangt. Zurzeit ist Lachswanderung.“ Die übermütigen Welpen hoppelten davon, und Nuei trottete ganz entspannt zurück zu ihrem Liegeplatz, als sei nichts passiert. Ich blickte ihr dankbar nach, dann richtete ich meine Aufmerksamkeit auf die hellen Flecken, die die Sonne auf den Boden malte. Sie waren schön. Immer, wenn ein Windstoß die Bäume bewegte, die ihr ausladendes Blätterdach über unsere Lagerlichtung streckten, flackerte und tanzte das Licht über den Boden. Gerade wollte ich fragen, woraus wohl Licht bestand, als meine Mutter mich anfuhr: „Keine dummen Fragen mehr jetzt, Phelas! Du hast schon genug Unsinn von dir gegeben heute. Lernst du denn nie, dich wie ein richtiger Wolf zu benehmen? Deine Geschwister können schon kleine Tiere fangen und werden bald auf Großwildjagd gehen dürfen, aber du kannst noch nicht einmal Mäuse fangen!“ Meine Erklärung, dass sie meinen Geschwistern beigebracht hatte, wie man Mäusesprünge macht, während sie es mir nicht gezeigt hatte, weil sie fand, ich sei zu unaufmerksam, um jemals eine Maus zu erwischen, tat sie mit einem gereizten Schwanzschlenkern ab. „Du hattest Zeit genug, mich zu fragen, ob ich es dir zeige! Aber nein, du denkst und denkst und denkst, und nie kommt was dabei raus. Ich habe genug davon, dich immer zurechtweisen zu müssen, weil du deine Geschwister zu Unsinn anstiftest. Geh mir aus den Augen!“
...weil ich meine Geschwister zu Unsinn anstifte? Das war so unfair, dass selbst ich, der wusste, dass es besser war, den Mund zu halten, protestieren wollte. Meine Geschwister machten ihren Unsinn ganz von alleine! Ich war nur ein gelungener Anlass zu dummen Späßen – eigentlich hätte Mama mich in Schutz nehmen müssen! Aber nein, sie funkelte mich nur zornig an, offensichtlich gereizt von meinem ständigen Fehlverhalten. „Widerworte nützen nichts“, knurrte sie. „Und jetzt fort mit dir – folge deinen Geschwistern und sieh zu, dass du ein paar Lachse fängst, dann verzeihe ich dir vielleicht.“ Damit war das Gespräch für sie beendet. Für mich aber nicht. Das Letzte, was ich wollte, war, zu meinen Geschwistern zurückzukehren, wo sie mich wieder endlos aufziehen würden. Das letzte Mal, als wir zusammen am Fluss gewesen waren, hatte Maruk mich hineingeschubst, und alle Vier hatten mich gemeinsam unter Wasser gedrückt, bis Nuei kam – Nuei, mein Schutzengel, meine Retterin. Ich weiß bis heute nicht, ob meine boshaften Geschwister mich wirklich ertränkt oder mich rechtzeitig wieder an die Oberfläche gelassen hätten.
Verzweifelt sah ich zu Nuei hinüber, aber sie half mir diesmal nicht. Fest zusammengerollt lag sie auf ihrem Schlafplatz, die Schnauze in ihr Fell gegraben, und gab vor, tief und fest zu schlafen. Als mein hilfesuchender Blick Papa traf, entblößte er einen Eckzahn und knurrte nur: „Hau ab und mach dich nützlich.“ Also senkte ich gehorsam den Kopf, erhob mich und folgte meinen Geschwistern. Ich hatte schon früh gelernt, dass Widerstand nur zu Streit führt und Streit nur zu Frust und dem Gefühl, von allen verlassen zu sein.
Wir ihr sicher bemerkt habt, hatte niemand meine Frage wirklich beantwortet. So war es immer.
Ich weiß nicht genau, was meine Familie von mir dachte oder was sie dazu veranlasste, so unfair zu mir zu sein. Eigentlich war es keine schlechte Familie. Wenn es mich nicht gegeben hätte, hätte alles bei ihnen wunderbar geklappt, sie hätten sich nie gestritten und alles wäre harmonisch gewesen. Aber obwohl ich so friedlich war, wie das bei einem Wolfswelpen nur möglich ist, störte irgendetwas an mir das Gleichgewicht in der Wolfsfamilie. Ich war wie ein Dorn in den Pfotenballen der Anderen, eine Zecke in ihrem Fell – das einzige Rudelmitglied, das nicht so dachte wie sie. Das machte sie wütend. Sie konnten mich nicht leiden. Sie waren allergisch gegen mich. Sie wünschten, ich wäre nie geboren. Sie...sie...sie hatten mich schon gern, ja, schließlich gehörte ich zur Familie, aber gleichzeitig hassten sie mich dafür, dass ich so war, wie ich eben war, und dass ich mich nicht änderte. Ich war damals ein sehr unglücklicher kleiner Wolf.
Ich denke, dass meine Eltern schuld daran waren, dass meine Geschwister mich wie Dreck behandelten. Rovanna, Lani, Tjok und Maruk wären von sich aus offen für neue Gedanken gewesen und hätten sich sicher nicht so intensiv über mich lustig gemacht, wenn Scout und Namenloser Wanderer sich mir gegenüber normal verhalten hatten. Aber das taten sie nicht. Wann immer sich die Gelegenheit bot, warfen meine Eltern mir mitleidige, genervte, ungeduldige oder wütende Blicke zu, und sie seufzten, wenn ich etwas sagte – selbst, wenn es „vernünftige“ Dinge waren wie „Ich habe eine Herde Karibus gefunden, direkt am anderen Flussufer“ oder „Morgen wird das Wetter besser“. Und sie fuhren mich die ganze Zeit barsch an, wenn sie mit mir sprachen. Zwar leckte meine Mutter mir abends das Fell sauber wie allen anderen auch, aber sie tat das so, als wäre es ihr zutiefst zuwider, als hätte ich beispielsweise eine ansteckende Krankheit oder als wäre mein Fell grün statt graubraun. Meine Geschwister merkten das und sie merkten auch, dass ich der perfekte Prügelknabe war. Und damit ging es los. Von nun an war ich der Omega unter den Welpen. Aber kein richtiger Omega, denn Omegas sorgen für Frieden im Rudel. Bei meiner Familie war ich eher ein Zankapfel, das ewige Ärgernis, der Grund für jeden noch so kleinen Streit. Ich hatte es so satt, ständig herablassend angesehen zu werden, dass ich am liebsten blind gewesen wäre, um die genervten Blicke nicht bemerken zu müssen. Und taub, um die Neckereien meiner Geschwister nicht zu hören. Und überhaupt nicht auf der Welt, damit meine Familie sich nicht wegen mir in die Haare kriegen musste. Die Einzige, die meine Anwesenheit gut vertrug, war Nuei, die meine Denkweise zwar nicht verstehen konnte, die aber von sich aus immer nach dem Motto „Jeder verdient Mitgefühl und Toleranz“ handelte. Sie verscheuchte meine Geschwister, wenn sie mir zu sehr zusetzten, und sie brachte mir alles bei, das meine Eltern mir nicht beibringen wollten, weil sie meinten, es sei Zeitverschwendung, sich mit mir zu befassen. Nuei war meine beste Freundin und ich respektierte sie sehr. Aber ich klebte nicht an ihr und lief ihr nicht nach; ich war ein selbstständiger kleiner Wolf und wollte niemandem zur Last fallen.
Und so lebte ich, mehr oder weniger, glücklich und zufrieden. Bis die Flutwelle kam.

Es war an einem sonnigen Frühlingsmorgen. Ich und meine Geschwister waren ein Dreivierteljahr alt, und die Situation in meiner Familie hatte sich kein bisschen gebessert. Gerade erst hatten wir einen heftigen Streit darüber hinter uns, ob ich meinen Vater und Maruk zum Fluss begleiten dürfte, um mit ihnen zu fischen („Nein, du nicht!“) und die zurückgebliebenen Rudelmitglieder – Scout, Nuei, Tjok, Rovanna, Lani und ich – räkelten sich schläfrig in den ersten warmen Sonnenstrahlen des Jahres. Es war eine der wenigen friedlichen Situationen, die ich jemals mit meiner Familie erlebt habe. Lani war von der unternehmungslustigen Rovanna mit Pinienzapfen dekoriert (oder besser: lebendig begraben) worden, und da sie schlief, hatte sie es nicht bemerkt. Jetzt lag sie da und sah aus wie ein Teil des Bodens, während Rovanna sich quer über ihre kleinere Schwester gelegt hatte und nun ebenfalls, erschöpft von der anstrengenden Grabungsarbeit, tief und fest schlief. Tjok hatte sich im Schlaf auf den Rücken gerollt, streckte den Bauch in die Luft, zuckte mit den Pfoten und fiepte im Traum leise vor sich hin. Die geduldige Nuei hatte sich auf die Seite gelegt und atmete tief und schnaufend wie ein schnaubendes Karibu. Scout war noch wach. Sie lag dicht an ihre Schwester (das wäre dann Nuei) gekuschelt und fuhr ihr immer wieder, immer wieder, wie in Trance mit der warmen, rauen Wolfszunge über das Schulterfell, das schon ganz nass war. Die Bewegung war so liebevoll. Wenn ich nicht so gewesen wäre, wie ich eben war, hätte ich sicher neidisch daran gedacht, dass meine Mutter mich nie so liebevoll putzte, sondern dabei eher grob und hastig zuging. Aber ich war ein friedfertiger Wolfswelpe und dachte nur, dass es schön war zu sehen, wie eng die beiden Schwestern miteinander verbunden waren. In solchen Momenten wie diesem spürte ich, dass ich meine Familie trotz allem gern hatte.
Aber dann, plötzlich, spürte ich, dass irgendetwas nicht stimmte. Es war so still im Wald. Zu still. Kein Vogel sang, und keine Mäuse huschten durchs Unterholz. Nichts regte sich. Wo waren die Tiere alle? Der einzige Laut war ein fernes Dröhnen, das sich nach nichts anhörte, das ich kannte. Ich erhob mich vorsichtig. Irgendetwas war seltsam hier....sollte ich meine Mutter darauf aufmersam machen? Nein. Sie würde es nur wieder als „dumme Idee eines kleinen Träumers“ abtun und mir eine Strafpredigt halten, dass ich keine Panik verbreiten dürfte und solche Sachen. Also ließ ich es sein und lauschte nervös, ob ich irgendein verdächtiges Geräusch hörte. Aber bis auf dieses unheimliche Dröhnen, das, wie ich bemerkte, langsam lauter wurde, hörte ich absolut nichts. Es war totenstill, als seien alle anderen Tiere aus dem Wald ausgewandert. Oder jedenfalls war es totenstill, bis ich plötzlich ein panisches Jaulen vom Fluss her hörte, das schnell näher kam, und dann das laute Trampeln von zwei Tieren, die ohne Rücksicht auf Verluste durch den Wald preschen und die so versessen darauf sind, vorwärts zu kommen, dass sie Bäume umreißen könnten. Ich erkannte die hektisch rufenden Stimmen von Papa und Maruk und wirbelte herum. Da stimmte also doch etwas nicht! Das ferne Dröhnen war allmählich lauter, füllte meine Ohren. Meine Kehle schien eng zu werden, zu eng für die Luft, die sie atmen musste. Ich rang nach Atem und wartete starr wie eine Statue, bis die beiden Wölfe auf den Rudelplatz preschten. Inzwischen waren alle wach und starrten Papa und Maruk an, als seien sie Geister. Die beiden kamen heftig keuchend zum stehen und mussten erst wieder zu Atem kommen, bevor sie sprechen konnten.
„Der Fluss“, stieß Maruk zwischen zwei rasselnden Atemzügen hervor. „Er....er tritt über die Ufer!“
Wir hätten es uns denken müssen. Im Winter bildet sich viel Eis auf dem Fluss und auf den höher im Gebirge liegenden Seen, und wenn es im Frühling schmilzt und zu Wasser wird – zu viel Wasser für das schmale kleine Flussbett – gibt es fast immer Überschwemmungen und riesige Flutwellen. Dass wir unser Lager so nah am Fluss hatten, war leichtsinnig. Leichtsinnig... Dass ausgerechnet in diesem Jahr, in dem wir vergessen hatten, vom Fluss wegzuziehen und uns ein anderes Lager für den Sommer zu suchen, die schlimmste Überschwemmung in der Lebensgeschichte des Flusses eintrat, war entweder ein wirklich unglücklicher Zufall oder die gerechte Strafe für unsere Dummheit. Kurz sagte niemand etwas. Wir standen da wie gelähmt und starrten Maruk an. Unser Lager lag keine hundert Meter vom Fluss entfernt. Das Wasser würde uns hier bestimmt einholen...“Glotzt nicht so!“, schrie Maruk schließlich auf. „Macht was! Flieht!“
Aber da war es schon zu spät. Ein Schatten schien sich vor die Sonne zu schieben, der Schatten von etwas Riesigem. Wir duckten uns verängstigt und blickten auf. Und da war sie. Die Welle. Sie war doppelt so hoch wie die größten Bäume, und sie war beängstigend. Wasser ist normalerweise klar und blau, aber dieses hier war undurchsichtig und braun und schäumte weiß wie Speichel – so viel Speichel, dass man hätte denken können, das Wasser sei tollwütig geworden. Es war sehr schmutzig, und mitten auf dem Wellenkamm schwammen Dinge wie entwurzelte Kiefern oder tote Fische. Die Welle war sicher keine hundert Meter entfernt, und sie rollte das Flussbett entlang auf uns zu, dreimal so breit wie der Fluss, wobei sie eine breite Schneise in den Wald riss. Sie war beängstigend schnell. Schnell wie Feuer, wenn es sich ausbreitet. Schneller als Feuer. Sie war schneller als alles, was wir je gesehen hatten. Das ferne Dröhnen war zu einem lauten, rauschenden Donnern geworden, dem Donnern von Wassermassen, die sich ihren Weg in die Freiheit bahnen und die selbst einen Berg einfach wegschwemmen würden. Unaufhaltbar. Das Geräusch war so laut, dass wir unsere eigenen Angstschreie nicht mehr hören konnten. Ich glaube, in dem Moment wusste ich, dass wir es nicht heil da raus schaffen würden. Oder jedenfalls nicht alle. So einer Welle kann ein Wolf niemans standhalten, niemals. Wenn wir geflohen wären, hätten wir uns vielleicht in Sicherheit bringen können, aber wir standen da wie Steine und starrten entgeistert die Welle an. Keiner konnte sich rühren.
Und dann, als die Welle schon so nah war, dass Wasser das zerzauste Gestrüpp am anderen Ende der Lichtung umleckte und sich die Bäume unter dem Druck des Wassers bogen, reagierte endlich jemand: Nuei. Nuei, die mich schon einmal vor dem Ertrinken gerettet hatte, schaffte es auch dieses Mal wieder. Sie sprang vor, jaulte Mama ein „Schnapp dir deine Kinder und lauf!“ zu, das im Dröhnen der Welle unterging, rammt mir dann den Kopf in die Flanke, um mich aufzurütteln, und kläffte mich an, ich sollte machen, dass ich wegkäme. Ich wich zurück, wartete aber, bis ich sah, dass sich Maruk fluchtbereit zu uns gesellte und Scout Tjok am Nackenfell hochhob, während Namenloser Wanderer dasselbe mit Lani machte. Nuei rempelte auch Rovanna in unsere Richtung, und los ging es. Ich glaube nicht, dass ich jemals in meinem Leben so schnell gelaufen bin, weder vor der Welle noch danach. Wie Wölfe es sonst nur selten tun, beschleunigten wir von 0 auf 100 innerhalb von nicht einmal einer ganzen Sekunde. Wir flogen wie rasende Schatten durch den Wald; die ganze Welt verschwamm vor meinen Augen, Zweige peitschten mir ins Gesicht und um meine Pfoten herum staubte es. Neben mir brachen Nuei und Scout durch das Gebüsch, und ich meinte, Tjoks helle Gestalt vor mir auszumachen, war mir aber nicht sicher. Das Rauschen des Wassers füllte meine Ohren, füllte meine Gedanken. Ich konnte nicht mehr denken, jede Überlegung war ausgelöscht von der Angst. Angst, die kleine Stromstöße durch meinen Körper schickte, die mich lähmten und meine Glieder zum Zittern brachten. Eigentlich schien der ganze Wald vor Panik zu sirren wie die Luft während eines Gewitters, wenn die Luft sich elektrisch auflädt, kurz bevor es blitzt. Wie lange diese kopflose Flucht durch den Wald dauerte, weiß ich nicht, aber es dürften nur wenige Minuten gewesen sein. So schnell ein Wolf auch rennt – er ist nie so schnell wie das Wasser. Bald spritzte es auf, wenn ich meine Pfoten auf den Boden setzte, mein Fell war von diamanten schimmernden Wassertropfen benetzt und meine Haut war nass wie von Schweiß. Ein unwiderstehlicher Sog schien um meine im Wasser stehenden Pfoten zu spielen, zog mich nach hinten, mit jedem Sprung wurde er mächtiger und machte das Laufen zur Qual. Ich fiel zurück; die Anderen zogen an mir vorbei. Maruk und Rovanna überholten mich, gefolgt von Scout und Namenloser Wanderer, die Tjok und Lani vor sich hertrieben. Dann folgte Nuei. Sie hatte mich so oft gerettet, aber jetzt, im Angesicht des Todes, konnte sie nur an ihr eigenes Leben denken. Na super. Ich wusste, dass es keinen Zweck mehr hatte, weiterzulaufen. Das Wasser würde mich erreichen, so oder so. Jeder andere Wolf wäre trotzdem weiter geflohen, voller verzweifelter Hoffnung, aber ich war schon immer so....komisch...ich habe mich nie gegen mein Schicksal gewehrt. Also tat ich das Dümmste und Mutigste in meinem ganzen Leben: Ich blieb stehen und wartete auf das Wasser, das den sicheren Tod bringen würde.
Und es kam. Oh, und wie es kam. Ich weiß heute noch genau, wie ich mich gefühlt habe, als das Wasser mich ergriff. Als die „Hauptwelle“ mich erreichte, stand es mir schon fast bis zu den Achselhöhlen, aber die richtige Welle war etwas völlig Anderes. Sie prallte gegen mich und fühlte sich nicht so an, wie Wasser sich anfühlen soll – weich und nachgiebig – sondern kompakt und hart wie Stein. Mir blieb die Luft weg, und ich wurde fast zehn Meter durch die Luft geschleudert, krachte gegen einen Baumstamm und schaffte es gerade noch, auf den Pfoten zu landen. Das Ganze geschah so mühelos, wie eine Wolfspfote einen Kieselstein wegkickt. Ich hatte gerade noch Zeit, Luft zu holen, bevor die Welle mich erneut traf. Sie rollte über mich hinweg und begrub mich unter sich – unter schier unendlichen Wassermassen. Und ab diesem Augenblick weiß ich nicht mehr genau, was passiert ist, denn ich war zu benommen und das Wasser wirbelte mich zu schnell umher, um Einzelheiten zu erkennen. Ich weiß noch, dass ich kämpfte, dass ich um mich trat und zappelte wie von Sinnen und dass ich meine letzte Kraft einsetzte, um mich irgendwie an der Oberfläche zu halten, aber ich weiß auch noch, dass die Strömung meinen Kopf immer wieder unter Wasser zog. Ich weiß noch, wie weiß schäumendes Wasser mich umherwirbelte, wie ich gegen harte Dinge krallte und fast ohnmächtig wurde, wie ich in den Zweigen eines entwurzelten Baumes hängenblieb und nach unten gezogen wurde und wie ich mich von mehreren Fellbüscheln verabschieden musste, um mich befreien zu können. Und ich weiß noch, wie ich zum letzten Mal an die Wasseroberfläche kam, um nach Luft zu schnappen, wie ich mit verschwommenem Blick in die am Himmel strahlende Sonne blinzelte und wie ich dann Wasser schluckte, als eine erneute Welle mich zum letzten Mal unter Wasser riss. Irgendwie wurde mir schwarz vor Augen, bevor ich wieder an die Oberfläche kam.

Das Erste, was ich spürte, als ich wieder zu mir kam, war die Sonne. Die warmen Strahlen der Mittagssonne, die mein immer noch nasses Fell kitzelten und wärmten. Unter mir spürte ich irgendetwas Hartes, Stacheliges, Nasses, das nach Holz roch und sachte schaukelte. Meine Hinterbeine hingen hinunter, ins Wasser. Eine leichte Strömung zerrte an ihnen. Von überallher drang ein ziemlich friedliches, einlullendes Plätschern an meine Ohren, ab und zu auch ein etwas lauteres Platschen wie von einem Frosch, der ins Wasser springt. Das war das einzige Geräusch. Ansonsten war es still. Beängstigend still. Ich brauchte eine Weile, bis ich ganz wach war und blinzelnd die Augen öffnete. Sie fühlten sich verklebt an und brannten; vermutlich hatte ich mehrere Liter Wasser hineinbekommen. Ich atmete eine Weile tief durch und wartete, bis meine Augen sich an das helle Sonnenlicht gewöhnt hatten.
Was ich sah, erstaunte mich so sehr, dass ich nicht einmal erschrak: Ich war mitten im Fluss. Gut, eigentlich war er kein Fluss mehr, sondern eine beeindruckend große Wasserfläche, die mit ihrer in der Sonne funkelnden, spiegelglatten Oberfläche das gesamte Tal bedeckte. Nicht einmal die Baumwipfel ragten noch aus dem Wasser. Und unter mir schaukelte eine Art riesiges Vogelnest aus Zweigen und Ästen. Ich weiß nicht, ob es wirklich ein Nest war oder ob es zufällig entstanden ist, aber ich weiß, dass es mir das Leben gerettet hat. Ich muss mich, während ich ohnmächtig war, irgendwie darin verfangen haben, sodass es mich mit zur Oberfläche trug. Und das Nest hat sich dann wiederum in irgendetwas verfangen, dass es gestoppt hat, sodass es nicht mit der Strömung mitfloss, sondern an Ort und Stelle blieb. Jetzt lag ich darauf und meine Läufe hingen schlaff ins Wasser, das sie freundlich umspülte. Überall um mich herum trieben Äste, Baumstämme, Blätter und ertrunkene Beutetiere auf dem Wasser an mir vorbei, herumgeworfen durch die schnelle Strömung. Nicht zu glauben, dass dieses jetzt so friedlich erscheinende Element eine derart tödliche Macht besaß. Die ganze Szenerie, so lebensgefährlich sie auch war, kam mir plötzlich schön und friedvoll vor und eigentlich hätte ich problemlos noch eine ganze Weile länger in dem Vogelnest schaukeln können, wenn ich nicht gewusst hätte, dass es sich jederzeit losreißen und abtreiben konnte und dass ich meine Familie suchen musste. Meine Familie!
Ich versuchte, den Kopf zu heben, aber er fühlte sich schwer an wie ein Stein – nein, schwerer als ein Stein. Es kostete mich ungeheure Anstrengung, mich auf den Bauch zu rollen und die Beine unter den Körper zu ziehen, sodass ich meine Umgebung besser sehen konnte. Wie lange ich für diese simple Bewegung brauchte, weiß ich nicht, aber es fühlte sich an wie Stunden. Danach trank ich etwas Wasser – es schmeckte schlecht, nach Kadavern, Schlamm und nach Bakterien, aber es tat gut – und begann zu überlegen, was eigentlich passiert war, wo meine Familie hin war und wie ich hier wegkommen sollte. Das Wasser stand bis hoch zu den Bergen...es konnte niemand überlebt haben aus meiner Familie, niemand, der nicht so viel unverschämtes Glück gehabt hatte wie ich. Kein Wolf wäre schnell genug gerannt, um der Flut zu entkommen, wenn sie schon so nahe war. Nein – sie mussten tot sein. Maruk, Tjok, Lani, Rovanna, Scout, Namenloser Wander und …. Nuei. Eigentlich hätte ich keinen Grund gehabt, sie zu vermissen, denn sie hatten sich nie wirklich um mich geschert und ich mich folglich auch nicht um sie, aber...sie waren trotzdem meine Familie. Ich war bei ihnen aufgewachsen. Nuei war der einzige Wolf gewesen, der je meinen zweiten Namen Duunan gebraucht hatte, und ich hatte die Autorität von Namenloser Wanderer (den ich nie Papa genannt hatte) immer bewundert und mir gewünscht, so zu sein wie er. Ich hatte mit Maruks, Tjoks, Lanis und Rovannas dummen Witzen gelebt und hatte Scouts entnervten Blick so oft ertragen, dass ich mich daran gewöhnt hatte und mich sogar freute, wenn meine Mutter mich ab und zu ansah – auch wenn sie es nicht freundlich meinte. Und das alles sollte jetzt mit einem Schlag vorbei sein? Keine verlorenen Ringkämpfe mit Maruk mehr, keine ärgerlichen Blicke von Scout, keine freundliche Aufmunterung von Nuei? Ich starrte auf das friedlich dahinfließende Wasser und konnte es nicht glauben. Da war ich, ein Jungwolf, gerade ein knappes Jahr alt, und hatte nur noch mich selbst und den Fluss, der leise gluckerte. Vorbei...vorbei..., schien er zu flüstern.
„He! He, du!“ Eine Wolfsstimme, die von hinter mir zu kommen schien, riss mich aus den Gedanken. Es war eine kräftige männliche Stimme voller Autorität. Ich erschrak dermaßen, dass ich fast in den Fluss fiel. Auf einem Bein balancierend drehte ich mich blitzschnell um die eigene Achse, taumelte, rutschte mit den Pfoten über den Rand des Nestes und krallte mich gerade noch rechtzeitig in das nasse Holz, um mich vor den Fluten zu retten. Das Nest wackelte heftig und fiel fast auseinander, und meine Schnauze landete mit einem ziemlich hässlichen Knallgeräusch auf dem Rand. Schwer atmend rappelte ich mich auf und sah mich um. Hier mitten auf dem Wasser konnte sich doch nicht einfach so ein Wolf aufhalten? Und dann sah ich ihn. Er befand sich nicht auf dem Wasser, sondern stand auf dem äußersten Punkt von etwas, das wohl einmal ein Hochplateau gewesen war, das man jetzt aber eher eine „Breite Landzunge, die ins Wasser ragt“ nennen würde. Und dort, wo eine Art kleiner Strand entstanden war, stand, schon halb im Wasser, der größte und musulöseste Wolf, den ich je gesehen hatte. Er war sicher doppelt so groß wie Namenloser Wanderer, und obwohl er sehr mager war, spielten bei jeder kleinsten Bewegung die Muskeln unter seinem Pelz. Seine Beine waren lang und feingliedrig, die perfekten Beine, um lange Strecken zu laufen. Der sanfte Wind spielte mit seinem rabenschwarz leuchtenden Fell und legte dabei einige beeindruckende Narben im Nacken und Schulterbereich frei. An der Schnauze und an den Pfoten war das Fell des fremden Wolfes grau vom Alter, aber seine bernsteinfarbenen Augen hatten einen Blick, der....den man nicht beschreiben kann. 'Ich bin der König', sagte dieser Blick ruhig und klar. 'Knie vor mir nieder.' Ich sah ihm nur kurz in die Augen und starrte dann sofort auf den Boden, beziehungsweise auf das Wasser. Hinter dem schwarzen Wolf standen etwa sechs weitere Wölfe, allesamt schlank, graubraun und mit neugierig gereckten Köpfen. Sie waren alle mindestens einen Kopf kleiner als der Schwarze, der so etwas wie ein Leitwolf sein musste. Es war das erste richtige Rudel, das ich sah, und ich betrachtete es eine ganze Weile und stellte fest, dass drei der hinteren Wölfe Jungwölfe waren und dass eine besonders helle Wölfin, die etwas weiter vorne stand als der Rest des Rudels – fast neben dem Schwarzen – die Leitwölfin und somit die Gefährtin des Leitwolfs sein musste. Am liebsten hätte ich einfach geschwiegen und sie beobachtet. Aber irgendetwas musste ich sagen, also rief ich zu ihm hinüber: „Was ist?“ Ich meinte, ein leises Lachen zu hören, war mir aber nicht sicher. „Genau das“, erwiderte der Fremde, „Genau das wollte ich dich auch gerade fragen.“ Verwirrt senkte ich den Kopf. Eigentlich hatte ich im Augenblick weder die nötige Energie noch die nötige Lust für ein Gespräch, aber dieser Wolf konnte meine Rettung sein. „Ich stecke hier fest“, erwiderte ich also.
„Das merke ich“, brummte der Schwarze. „Komm rüber!“
'Komm rüber?' „Aber die Strömung...“ Ich streckte eine Pfote vor, als wollte ich die Wassertemperatur prüfen. Der Fluss floss wirklich schnell, und immer noch trug er eine Menge Dinge wie Äste, entwurzelte Büsche und Baumstämme mit sich, die ziemlich wehtun konnten. Und außerdem...ich glaube, ich habe es schon erwähnt: Niemand in meiner Familie hatte mir beigebracht, wie man schwamm. Sie hielten mich vermutlich für zu verträumt, um mich darauf konzentrieren zu können, mit all meinen vier Pfoten die richtigen Bewegungen zu machen. „Du schaffst das. Komm“, wiederholte der schwarze Leitwolf. Und es lag etwas so Überzeugendes in seiner Stimme, dass ich kurz schluckte, dann wankend an den Rand des Nestes trat und mich in das eiskalte Wasser warf. Der Fluss umfing mich wie eine Decke, und die Strömung zerrte heftig an meinem Fell. Obwohl ich mit allen vier Beinen ausschlug wie ein bockiges Pferd, kam ich kaum voran und wurde immer wieder abgetrieben. Jede Bewegung war eine Qual, vor allem, da meine Kräfte noch nicht ganz wieder hergestellt waren. Aber irgendwie schaffte ich es, den Kopf über Wasser zu halten. Oder jedenfalls, bis ich in eine besonders tückische Strömung geriet. Es war, als würde plötzlich jemand anders von meinem Körper Besitz ergreifen. Ich peitschte mit den Pfoten das Wasser auf, kam aber nicht vorwärts und trieb langsam an den schwarzen Leitwolf und seinem Rudel vorbei. Die Strömung erfasste mich, ich drehte mich trudelnd um die eigene Achse und mein Kopf wurde unter Wasser gezogen. Das fremde Wolfsrudel rannte am Ufer auf und ab, spritzte Wasser auf und jaulte mir Ermutigungen zu.
Und dann war ich drüben. Der schwarze Alphawolf watete mir entgegen, packte mich am Nackenfell und zerrte mich aus dem tiefen Wasser. Ich stolperte an Land, und dort wartete das besorgte Rudel. Als sei ich schon ein Mitglied oder zumindest ein alter Bekannter, drängten sich die Wölfe um mich, leckten mir die Wangen, pressten ihre schmächtigen Körper gegen den Meinen, stützten mich, stupsten mich aufmunternd und halfen mir auf die Beine. „Komm! Komm!“, winselten sie, liefen voraus, kamen zurück, warteten auf mich und lotsten mich so an Land. Ich war so erschöpft, dass es sich anfühlte, als hätte ich keine Beine mehr. Oder im Allgemeinen keine Muskeln mehr. Mit einem tiefen Seufzer der Erleichterung ließ ich mich auf den steinigen, sonnenwarmen Boden fallen und blieb dort erst einmal. Der schwarze Leitwolf trabte hinter mir an Land, blieb neben mir stehen und schüttelte sich heftig, sodass sich ein kalter Schauer auf mich niederregnete. Es fühlte sich an, als habe der schwarze Leitwolf den halben Fluss in seinem Fell herumgetragen. Die weißen Kiesel knirschten, als der schwarze Wolf um mich herumging und vor mir stehenblieb. „So“, sagte er seelenruhig, als wäre es Routine, dass er halb ertrunkene Jungwölfe aus den Fluten rettete. „Und wer wärest du?“
„Phelas Duunan. Meine Familie ist tot...“
„Duunan“, wiederholte der Leitwolf in teils nachdenklichem, teils milde amüsierten Ton, als hätte ich einen Witz gemacht. Es machte mich glücklich, dass er meinen zweiten Namen verwendete, der mir um Einiges lieber war als der Erste. Das hatte bis jetzt nur Nuei getan. „Nun, ich denke, wir können einen begossenen Pudel wie dich nicht einfach so alleine herumlaufen lassen....willkommen im Rudel, Kleiner.“ Seine bernsteinfarbenen Augen schienen aufzuleuchten, als er sie auf mich richtete. „Ich bin Rune, Anführer des Cloud Valley Pack.“

Rune, ein ungewöhnlicher Name für einen ungewöhnlichen Wolf...
Mit diesem Augenblick begann meine Zeit beim Rudel des Wolkentals. Es war eine glückliche Zeit, und ich denke, ich kann guten Gewissens sagen, dass sie glücklicher war als alles, was ich je bei meiner Familie erlebt hatte. Das Rudel des Wolkentals war fair und akzeptierte meine Eigenheiten, und eigentlich war es nicht nur ein Rudel, es war eher eine große Familie, obwohl kaum ein Wolf mit dem Anderen verwandt war. Ich denke, das lag hauptsächlich an Rune. Ohne ihn hätte es das Rudel keinen Tag ausgehalten. An dieser Stelle möchte ich ein bisschen etwas über mein Leben beim Wolkental-Rudel im Allgemeinen und seinen Anführer Rune im Besonderen erzählen. Rune war ein wirklich einzigartiger Wolf, und Einige hätten ihn wohl „verrückt“ genannt oder verachtet. Aber ich wusste, wie es war, wegen seiner Eigenheiten ausgestoßen zu werden, und ich fand Rune wirklich interessant. Er war einer der wenigen Wölfe, deren Motive und Denkweise ich bis heute nicht verstehen konnte.
Zuerst einmal war Rune ein Gentleman. Ein etwas älterer Gentleman, der die Dinge mit Ruhe anging und sich die Zeit nahm, die er dafür brauchte – aber nie mehr Zeit, als er sich leisten konnte. Mit Worten war Rune nicht sehr flink, aber statt Taten sprechen zu lassen, wie das Andere wortkarge Wölfe gerne tun, benutzte er eher Gesten und ließ es zu, dass seine Körpersprache alle Feinheiten seiner Laune widerspiegelte. Man kam nicht umhin, es zu bemerken, wenn er traurig oder glücklich war. Und wütend wurde er zwar so gut wie nie – genauer gesagt habe ich Rune innerhalb von zwei Jahren nur einmal wirklich wütend werden sehen – aber wenn, dann fand das ganze Rudel keine Ruhe. Rune war Motor und Motivationsquelle des Rudels. Er setzte sich immer für Schwächere ein – nur ihm ist es zu verdanken, dass mich in meinem neuen Rudel niemand wegen meines „etwas anderen Charakters“ verspottete – und ich denke, er war fast so etwas wie ein Vater für mich.
Es tut mir Leid, aber jetzt muss ich mich kurz fassen. Ich habe euch viel zu lange aufgehalten, also erzähle ich den Rest meines Lebens etwas abgekürzt. Zwei Jahre blieb ich beim Rudel des Wolkentals, aber wie fast jeden jungen Wolf zog es mich irgendwann weiter. Man kann nicht sagen, die Welt zu kennen, wenn man die Nase nicht aus seinem Geburtsort heraus gesteckt hat, und man kann auch nicht behaupten, sich mit Wölfen auszukennen, wenn man immer nur mit demselben Rudel zusammengelebt hat. Also sagte ich Rune und meiner Ziehmutter, seiner Gefährtin Viskaya, Lebewohl und reiste ich quer durch die Wälder, lernte, alleine zu überleben, und dachte in Ruhe nach, ohne, dass jemand mich deswegen aufzog. Es war eine schöne, freie Zeit, auch wenn ich mich oft einsam fühlte. Irgendwann traf ich dann auf das Rudel Sturmtief, das meine Qualitäten als erfahrener Jäger schnell erkannte und mich aufnahm. Es war ein großes Rudel – größer, als das Cloud Valley Pack es je gewesen war. Statt einem Anführer besaß es Drei. Sobald ich davon erfuhr, wusste ich, dass es Ärger geben würde. Ich weiß nicht, wie ich darauf kam. Aber der einzige richtige Leitwolf, den ich bis jetzt kennen gelernt hatte – Rune – war eine einzigartige Persönlichkeit gewesen, niemand, der sich damit zufrieden geben würde, zusammen mit Anderen über ein Rudel zu herrschen. Rune hatte den Alphaposten ganz alleine besetzt. Und wenn auch nur einer dieser drei Anführer Rune ähnlich war, dann konnte diese Dreierkonstellation nicht gut gehen. Natürlich behielt ich meine Gedanken für mich. Es gab wirklich keinen Grund, undankbar zu sein – das Rudel vertraute mir, machte mich zum Babysitter der in dem Jahr geborenen Welpen, und einer der drei großen Anführer, Daimon, ein Wolf, der mir äußerlich und innerlich ziemlich ähnlich war, freundete sich mit mir an.
Der Bruch kam schneller, als ich erwartet hatte. Und diesmal zerbrach mein Glück an einer ganz anderen Sache als zuvor: An den Zweibeinern. Zweibeiner und Flutwellen sind sich in gewisser Weise ziemlich ähnlich, denn genau wie die Welle, die mir meine Familie nahm, kamen auch die Zweibeiner nicht ganz unerwartet, und trotzdem überrumpelten sie uns und rollten über uns hinweg wie eine Flutwelle. Eines Tages überraschten sie das Rudel während der Ruhezeit nach einer erfolgreichen Jagd und töteten die Meisten von uns; das ehemals stolze 30-köpfige Rudel war auf ein verängstigtes Grüppchen mit 18 Mitgliedern geschrumpft, die Leitwölfe nicht mitgezählt. Seitdem herrschte Krieg. Bator hatte seinen Bruder an die Gewehre der Zweibeiner verloren und er wollte Rache; viele junge und hitzige Wölfe schlossen sich ihm an. Sie griffen die Schafe und Hunde der Zweibeiner an und töteten sie, und wenn sie die Gelegenheit dazu gehabt hätten, hätten sie den Zweibeinern persönlich die Kehle aufgerissen. Itachi dagegen und die ängstlicheren – oder die vernünftigeren – Wölfe im Rudel waren für Flucht. Die Zweibeiner bedrängten uns immer mehr, es war klar, dass sie uns alle töten wollten, bis auf den letzten Wolf. Wenn wir hier blieben, meinte sie, würden wir nicht überleben. Und das befürchtete ich auch. Aber ich hielt zu Daimon, wie er stets zu mir gehalten hatte, auch wenn ich seine Meinung diesmal nicht teilte...Frieden. Er wollte Frieden mit den Menschen schließen und war überzeugt, dass wir vielleicht sogar zusammenarbeiten könnten, wie wir es schon mit den Raben machen und wie wir es, laut Daimon, vor vielen Jahrhunderten auch mit den Zweibeinern gemacht haben, als sie noch keine Gewehre und keine richtigen Häuser hatten. Damals waren die Zweibeiner ähnlich wie wir, sie jagten im Rudel und deuteten die Zeichen der Natur, und Daimon war sich sicher, dass sich diese Ähnlichkeit mit uns Wölfen über die Jahre erhalten hat. Ich ehrlich gesagt auch. Aber trotzdem glaube ich nicht, dass die Zweibeiner jemals Frieden mit uns schließen werden...nun ja, ich muss weitererzählen. Gerne würde ich euch das, was geschah, ausführlicher erzählen, aber die Zeit erlaubt es mir nicht, ich muss mich kurz fassen. Nicht nur zwischen den Wölfen und den Zweibeinern, auch innerhalb des Rudels herrschte Krieg. Es gab drei Parteien, und diese Parteien bekämpften sich verbissen mit Worten und hätten es wohl auch mit Zähnen und Krallen gemacht, wenn ihre Anführer sie nicht regelmäßig zur Ordnung gerufen hätten. Allen war klar, dass es so nicht weitergehen konnte. Also entschlossen sich die drei Anführer, sich oben auf dem Hochplateau zur Lagebesprechung zu treffen. Sie versprachen, sich gründlich über jeden Vorschlag zu besprechen und eine endgültige Entscheidung zu fällen, was zu tun sei. Jeder von ihnen nahm einen Sekundanten mit. Diese Sekundanten sollten eventuellen Streit schlichten und die Meinung ihrer Leitwölfe unterstützen. So weit, so gut. Bators Sekundant wurde Lodûr, einer der Bethas des Sturmtief-Rudels. Itachis Sekundant war ihr Gefährte Tenu. Daimons Sekundant war ich.
Was genau bei dem Treffen passierte, kann ich hinterher nicht sagen, denn es war alles so verwirrend und geschah so schnell. Ich weiß nur, dass die Anführer schon angefangen hatten zu diskutieren, als plötzlich von unten, aus dem Wald, das wilde Kläffen eines Hundes ertönte – das Kläffen eines Hundes, der Beute wittert. Kurz darauf fiel ein weiterer Hund ein, der ganze Wald schien von dem Gebell widerzuhallen. Wir waren alle völlig überrumpelt. Wir konnten nicht rechtzeitig reagieren. Bevor wir Zeit hatten zu verstehen, was los war, tauchte der erste Hund – ein Foxhound – aus dem Gebüsch am Rand des Hochplateaus auf, gefolgt von ungefähr zehn weiteren Hunden. Und hinter ihnen ertönten die wilden Rufe der Zweibeiner. Bator stürzte sich auf den ersten Hund, als dieser das kleine Grüppchen Wölfe erreichte. Ein dumpfes Knurren, ein schneller, präziser Biss – und der Hund lag reglos am Boden. So war Bator – ein beeindruckender Kämpfer, aber völlig frei von jeglicher Vernunft. Und brutal war er auch, denn selbst wenn sich ein Problem friedlich lösen ließ, wählte Bator die Gewalt. Während er noch mit dem ersten Hund beschäftigt war, sprang der Nächste Bator auf den Rücken und die Beiden rollten in wildem Kampf über das Plateau. Was genau danach mit den Anführern passierte, weiß ich nicht, denn ein weiterer Hund schnappte nach meinem Hals und kurz darauf war ich in einen Kampf auf Leben und Tod verwickelt. Zweibeinerschreie, Hundegebell und Schüsse hallten durch die Luft und meine Umgebung schien aus einer wirbelnden Masse aus kämpfenden Leibern zu bestehen. Ich war damals schon nicht mehr der Jüngste, und mein Angreifer bekam Verstärkung von einem weiteren Hund. Immer, wenn ich einen der Beiden zurücktrieb, warf sich der Andere auf mich und hinderte mich am Kämpfen. Ich wäre dort oben auf dem Hochplateau gestorben, wenn nicht einer meiner Gegner die glorreiche Idee gehabt hätte, mich über den Rand des Plateaus zu schubsen. Er rammte mich Schulter an Schulter, ich verlor das Gleichgewicht und kullerte den fast senkrechten Abhang hinunter, ohne mit den Krallen irgendwo Halt zu finden.
Ich fiel ziemlich hart und riss eine Menge Steine mit, die neben mir in die Tiefe prasselten. Aber ich tat mir nicht weh, sondern landete auf allen vier Pfoten unten. Und das Wichtigste: Ich war frei. Frei, diesen furchtbaren Ort zu verlassen. Und das tat ich, ohne zu zögern. Nichts und niemand hätte den Anführern mehr helfen können. Also hinkte ich in den Wald davon und erreichte das Rudel Sturmtief, um vom Tod der großen Anführer zu berichten...wie mein Leben dann weiterging, wisst ihr.

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BeitragThema: Re: Phelas Duunan // Look before you leap   Fr Feb 01, 2013 1:36 am

Wäre dann fertig Wink
Könnte einer der Teammiddis schnell drüberschauen?

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